Die Erbauer des Schlosses Sigmaringen
Bei der Ersterwähnung der Burg von Sigmaringen wird berichtet, dass der Burgherr als Freund Kaiser Heinrichs IV. von dessen Gegenkönig Rudolf von Schwaben bekämpft worden sei, dass er aber einer längeren Belagerung getrotzt habe. Nicht viel wissen wir von jenen Stiftern des Klosters St. Georgen im Schwarzwald, die sich im 11. Jahrhundert als "Brüder Ulrich, Mangold und Ludwig von Sigmaringen" bezeichneten. Auch einen "Richinsa von Sigmaringen" kennt die Geschichte, der später als "vidua de Spitzenberg" erwähnt wird.
1183 wird zum ersten Mal ein "Graf" von Helfenstein-Sigmaringen mit dem Namen Ludwig genannt. 1258 tritt ein Graf Ulrich II von Helfenstein als Herr von Sigmaringen auf und 1272 ein Ulrich I. von Montfort.
Schon im Jahre 1290 ging die Burg mit der Grafschaft durch den Kauf an Rudolf von Habsburg über. Vor 1325 kamen Burg und Grafschaft Sigmaringen an die Grafen von Württemberg, zunächst als Pfand, später als Eigentum.
Aber die Geschichte des Schlosses von Sigmaringen wird erst unter den Grafen von Werdenberg greifbar und anschaulicher. Graf Eberhard von Werdenberg, der Vertraute Graf Eberhards von Württemberg, erhielt von ihm 1399 Sigmaringen und Veringen als Pfand. Unter den Grafen von Werdenberg erfuhr das Schloss eine Ausdehnung, die es bis heute bewahrt hat.
Unter Graf Karl II. von Hohenzollern (1547 - 1606) fand die Überwölbung der Burgauffahrt von den Rundtürmen (Hauptportal) bis zum Bergfried statt. Anschließend hat Fürst Johann (1578 - 1638) Umbauten am Böhmischen Turm, an den Mauern und Gewölben der heutigen Waffenhalle durchführen lassen. In den Jahren des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) wurde das Schloss in Sigmaringen schwer beschädigt. Unter Fürst Meinrad I. (1605 - 1681) sind diese Kriegsschäden am Schloss behoben worden.
Fürst Josef (1702 - 1769) hat als Bauherr namhafte Künstler der damaligen Zeit - J.M. Fischer, J.M. Feichtmayr, J.G. Weckenmann, Meinrad von Au - nach Sigmaringen gerufen. Es fand die barocke Ausgestaltung des Schlossinnern und der Bau (1736) des Rittersaales, dem heutigen Ahnensaal, statt.
Unter Fürst Karl Anton (1811 - 1885) wurden umfassende Erneuerungen der Ausstattung u.a. im Königszimmer, Französischen Salon und Ahnensaal durchgeführt. Ebenso fand die Grundsteinlegung (1862) des Museumsbaus und die Errichtung der Waffenhalle statt.
Während der Regierungsjahre des Fürsten Leopold (1835 - 1905) ereignete sich der letzte große Schlossbrand 1893, der den gesamten Ostflügel zerstörte. Der Neubau des Schlosses im Historismus oder Eklektizismus, ist sein Verdienst. 1901 wurde der alte Turmaufbau des Römerturms abgebrochen und mit einem achteckigen, spitzigen Helmdach versehen.





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